"Non smettere di scolpire la tua propria statua" (Plotino, Enneadi I 6, 9, 13)

giovedì, giugno 5

Ludus notionum. Das Spiel der Begriffe. Mit Nikolaus von Kues auf der Jagd nach dem treffenden Wort

Von Donnerstag 19. Juni bis Sonntag 22. Juni 2014
Veranstaltungsort: Universität Hildesheim
Organisation: Prof. Dr. Tilman Borsche und Susann Kabisch

Im Dialogus De ludo globi stellt Cusanus den spielerischen Charakter menschlichen Denkens bildlich dar und führt ihn praktisch vor. In der tätigen Bildbeziehung des endlichen Geistes des Menschen zum unendlichen Geist des Schöpfers erfährt sich das Erkennen als ein bildlich-schöpferischer Prozess. Der menschliche Geist erkennt, indem er misst und vergleicht, Einteilungen vor nimmt, Begriffe findet und Namen gibt. Doch wer das Ganze nicht kennt, kann auch seine Teile nicht präzise erfassen, wer das absolute Maß aller Dinge nicht erkennen und benennen kann, muss immer neue Namen und Begriffe erfinden und zusehen, ob sie sich bewähren.

Begriffe und Namen sind mutmaßende Ausgriffe in die bewegte Mannigfaltigkeit der Welt, die zu ordnen sie ersonnen wurden. Das Feldbeider ist ständig in Bewegung. Nicht das Finden einer festgefügten Ordnung, sondern das immer erneute Anpassen der Mutmaßungen zum Zweck der Mitteilung und Verständigung auf dem gemeinsamen Weg zur Wahrheit ist die Aufgabe des Menschen.

Als Werke des Menschen bleiben auch seine Begriffe, so hilfreich und treffend sie im Kontext ihres Ursprungs erscheinen mögen, unvollkommen. Ihre Deutungs kraft ist dem Wechsel der Zeiten und der Umstände unterworfen. Was einst bedeutungsvoll war und zur Verständigung  geeignet erschien, klingt mit der Zeit absurd (Compl. Theol.). Darin zeigt sich die Not, die uns aufruft, einen neuen Wurf zu wagen, neue Begriffe zu bilden.

Die Endlichkeit des Menschen und die Unvollkommenheit seiner Werke werden somit zur Grundlage seiner Kreativität. Denn die Verbindung von Endlichkeit und Freiheit enthält die Möglichkeit und zugleich die Aufforderung zum Spiel. Cusanus vollzieht selbst, was er als Los des Menschen beschreibt. Sein Werk ist ein Spiel mit verschiedenen Darstellungsweisen, mit verschiedenen Perspektiven der Einen Wahrheit. Das Erfinden und Rechtfertigen neuer Namen Gottes ist dafür nur ein weiteres Beispiel - ein kunstvolles Spiel mit Begriffen, das der Autor mit Leidenschaft betreibt.

Der Titel Ludus notionum ist unser Versuch zu beschreiben, was Cusanus tut, wenn er philosophiert. Wir stellen damit auch die Frage, wer spielt und was hier gespielt wird.


Programm


Do 19. Juni

Begrüßung und Moderation: Tim Borsche

18h c.t.
Markus Riedenauer
Eröffnungsvortrag: Versuchungen und Versuche des Denkens

20:00
Abendessen im „Campus“


Fr 20. Juni

09:15 – 10:15
Kazuhiko Yamaki
Idiota ludens – ein Gedanke aus den späten Jahren des Kardinals

10:30 – 11:30
Detlef Thiel
Kreis, Koinzidenz, Indifferenz, Polarität. Begriffsspiele bei Cusanus und Friedlaender /Mynona

11:45 – 12:45
Claus-Arthur Scheier
Spiel und Virtualität – ein Problem der medialen Moderne

14h – 16h
Buffet-Mittagessen im Hotel Van der Valk am Marktplatz
Besichtigungen: Bernwardstür im Roemer-Pelizaeus-Museum u.a.

16:00 – 17:00
Martina Roesner
Das Spiel der Spiegel und Prismen. Die Stellung der menschlichen Vernunft zwischen Gottebenbildlichkeit und Kontingenz bei Meister Eckhart und Cusanus

17.15 – 18.15
Christine Bacher
Spielerische Mystik bei Nikolaus von Kues

18:30
Abendessen im Michaeliskloster

19:15 – 20:15
Susann Kabisch
Freiheit als Kreativität bei Nikolaus von Kues und Giovanni Pico della Mirandola

ab 20:30
Abendeinladung Villa Silberfund


Sa 21. Juni

09:15 – 10:15
Elena Filippi
Das Spiel aller Spiele: Spiegel und Pfeile auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Cusanus‘ Anthropologie und die zeitgenössische Kunst zwischen spätmittelalterlicher Frömmigkeit und humanistischem Ansporn

10:30 – 11:30
Wolfgang Christian Schneider
Logik und Sinnspiel. Spekulative Schemata des Mittelalters bis zur Figura P des Cusanus

11:45 – 12:45
Marc Föcking
Spielen, Sprechen und Schreiben. De ludo globi und der Renaissance-Dialog

13h
Mittagessen: Michaeliskloster. Zeit für Michaeliskirche

15:00 – 16:00
Thomas Leinkauf
Spielräume des endlichen Denkens (Arbeitstitel)

16:15 – 17:15
Michael Eckert
„...es ist nur ein Spiel, seid nicht so pathetisch“ (Nietzsche). Ästhetische Reflexionen zum Verhältnis von Spiel und Wahrheit in De ludo globi von Nikolaus von Kues.

17:30 – 18:30
Norbert Winkler
Fürstliche Laien spielerisch belehrt. Philosophische Begrifflichkeit und metaphorische Rede

18:30
Abendessen im Michaeliskloster

ab 20h
Universitätssommerfest, Kulturcampus der Domäne Marienburg


So 22. Juni

10:00 – 11:00
Inigo Bocken
Das Spiel des Gleichgewichts – concordantia als coniectura bei Nicolaus Cusanus

11:15 – 12:15
Tilman Borsche
coniecturae fluxibiles – mit der Zeit ändern sich die Regeln

12:15 – 12:45
Schlussgespräch

13h
Mittagessen: Michaeliskloster

14h ENDE



Download
Flyer: vorne (hier), innen (hier)
Plakat (hier)



domenica, giugno 1

Anno giubilare per il "divino" Cusano

Segnalo la pubblicazione di un mio breve resoconto dello Jungcusanertagung 2014 sul sito RitiriFilosofici.it a cura dell'amico Maurizio Morini, che ringrazio per lo spazio concessomi e per l'interesse mostrato nei confronti della Cittadella.


Il 10 agosto 1464 moriva a Todi il cardinale Niccolò Cusano, lasciando in eredità una discreta somma di denaro alla sorella Clara e soprattutto all’Opera caritatevole che reggeva l’Ospedale da lui fondato a Kues, sua città natale. Annessi agli edifici dedicati alla cura degli anziani, il Cardinale fece costruire – forse secondo i progetti architettonici dell’amico Leon Battista Alberti – una cappella e una piccola biblioteca, dove vennero raccolti i manoscritti che il cardinale acquistò nella sua vita, i suoi strumenti astronomici e le sue lettere. La suddetta eredità pecuniaria di Cusano e il dinamismo del suo ex-segretario Pietro di Erkelenz permisero all’Ospedale di continuare le proprie attività negli anni a venire e così di conservare in buono stato anche la cappella e la biblioteca. Molto presto, queste sarebbero diventate meta ambita di studiosi e filologi interessati alla ricostruzione del pensiero del cardinale di Kues e alla lettura dei preziosi manoscritti trecenteschi e quattrocenteschi che ivi erano conservati. Tra di essi, ad esempio [continua su Ritiri Filosofici.it]